{"id":202,"date":"2018-07-06T14:03:39","date_gmt":"2018-07-06T14:03:39","guid":{"rendered":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=202"},"modified":"2018-07-26T11:10:10","modified_gmt":"2018-07-26T11:10:10","slug":"musik-ist-eine-heilige-kunst-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=202","title":{"rendered":"Musik ist eine heilige Kunst  &#8211; Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Schon immer hat es mich interessiert, wie und woher sch\u00f6pferisch aktive Menschen ihre Inspirationen erhalten. Und da mir von allen K\u00fcnsten die Musik am n\u00e4chsten ist, war ich freudig \u00fcberrascht, als ich vor vielen Jahren das Buch von Arthur M. Abell &#8222;Gespr\u00e4che mit gro\u00dfen Komponisten&#8220; entdeckte.<br \/>\nIm Jahr 1890 machte sich der junge amerikanische Musiker auf den Weg nach Deutschland, ohne zu ahnen dass er 28 Jahre bleiben und nie zuvor Geh\u00f6rtes zu Papier bringen w\u00fcrde. In dieser Zeit nutzte er jede Gelegenheit, gro\u00dfe Komponisten pers\u00f6nlich kennenzulernen, um von ihnen das Geheimnis ihres Schaffens zu erfahren.<\/p>\n<p>Mr. Abell traf den jungen <em>Richard Strauss <\/em>(1864-1949) im Jahr seiner Ankunft. Der durch seine Opern, Symphonien und Lieder weltber\u00fchmt werden sollte, \u00e4u\u00dferte freim\u00fctig: &#8222;Keine Komposition wird lange leben, wenn sie nicht inspiriert ist. Wenn ich mich in inspirierter Stimmung\u00a0 befinde, habe ich bestimmte Zwangsvisionen unter dem Einfluss einer h\u00f6heren Macht. In solchen Augenblicken sp\u00fcre ich, dass ich die Quelle der unendlichen und ewigen Kraft erschlie\u00dfe, aus der Sie und ich und alle Dinge hervorgehen.&#8220;<br \/>\nEin Jahr vor dessen Tod lernte Abell in Wien\u00a0 <em>Johannes Brahms <\/em>(1833-1897) kennen. Keiner der befragten Komponisten gab so viel \u00fcber die Quelle seiner Inspiration preis, wovon hier nur ein kleiner Ausschnitt m\u00f6glich ist: &#8222;Ich werde jetzt berichten, wie ich mit dem Unendlichen in Verbindung trete, denn alle inspirierten Ideen stammen von Gott. Beethoven, mein Vorbild, war sich dessen wohl bewusst.&#8220; Brahms vertraute Abell an, dass er sich im Zustand der Halbtrance befinden m\u00fcsse, um die Inspirationen empfangen zu k\u00f6nnen. In diesem Zustand der Verz\u00fcckung verbinde er sich mit Gott. Er versp\u00fcre Schwingungen, die ihn durchdringen und ihm ein Gef\u00fchl des Eins-Seins mit Gott vermittelten, gem\u00e4\u00df dem Jesus-Wort: &#8222;Der Vater, der in mir wohnt, tut die Werke.&#8220;<br \/>\n&#8222;Sofort str\u00f6men die Ideen auf mich ein, direkt von Gott. Ich sehe nicht nur bestimmte Themen vor meinem geistigen Auge, sondern auch die richtige Form, in die sie gekleidet sind, die Harmonien und die Orchestrierung. Takt f\u00fcr Takt wird mir das fertige Werk offenbart. Ich sp\u00fcre, dass ich im Augenblick mit dem Unendlichen in Einklang stehe und kein Schauern kommt dem gleich.&#8220; Und er erg\u00e4nzte: &#8222;Kein Atheist wird je ein gro\u00dfer Komponist sein.&#8220;<br \/>\nBrahms nahm Abell das Versprechen ab, seine Offenbarungen erst 40 Jahre nach seinem Tod zu ver\u00f6ffentlichen, was dann auch so geschah.<\/p>\n<p><em>Giacomo Puccini <\/em>(1858-1924), der italienische Opernkomponist, dessen Werke Weltruhm erlangten: &#8222;Die Musik zur Oper &#8218;Madame Butterfly&#8216; wurde mir von Gott diktiert.&#8220; Trotzdem machte es der g\u00f6ttliche Sch\u00f6pfer diesem Komponisten nicht so leicht wie dem Kollegen Brahms: &#8222;Die Ideen str\u00f6men mir wohl zwanglos zu, aber sie in die richtige Form zu bringen, die Form, die den Erfolg verb\u00fcrgt, ist eine Herkulesarbeit.&#8220;<\/p>\n<p>Von <em>Ludwig van Beethoven <\/em>(1770-1827), der \u00fcber ein eigenes Orchester verf\u00fcgte, ist durch Brahms folgende Geschichte \u00fcberliefert. Als sein Konzertmeister sich anl\u00e4sslich der ersten Probe f\u00fcr ein neues Werk bei Beethoven \u00fcber eine Stelle in der Partitur beschwerte, die f\u00fcr die linke Hand des Geigers zu schwer zu spielen sei, blaffte Beethoven ihn an: &#8222;Als ich diese Stelle schrieb war mir bewusst, von Gott dem Allm\u00e4chtigen inspiriert worden zu sein. Glauben Sie, ich kann ihre winzige Fiedel ber\u00fccksichtigen, wenn Er mit mir spricht?&#8220; Und zu Bettina von Arnim meinte der gro\u00dfe Meister selbstbewusst: &#8222;Ich wei\u00df, dass Gott mir n\u00e4her ist als allen anderen meiner Zunft. Ich verkehre mit Ihm ohne Furcht.&#8220;<br \/>\nDie &#8222;Stimme Gottes&#8220; wird <em>Wolfgang Amadeus Mozart <\/em>(1756-1791) genannt und wenn wir die Aussagen der interviewten Komponisten \u00fcber Inspiration bedenken, ist diese Bezeichnung mehr als zutreffend. Nach dem Vorgang des Komponierens befragt, erwiderte er: &#8222;Es geht bei mir zu wie in einem sch\u00f6nen starken Traume.&#8220; Von <em>Joseph Haydn<\/em> (1732-1809), dem Freund und Mentor Mozarts ist \u00fcberliefert, dass das Komponieren f\u00fcr ihn eine Art Gottesdienst war. Daf\u00fcr zog er seinen besten Anzug an und sagte: &#8222;Ich trete jetzt mit Gott in Verbindung und muss passend gekleidet sein.&#8220;<br \/>\n&#8222;Der liebe Gott der Musik&#8220;, so nannte der franz\u00f6sische Komponist Claude Debussy den gro\u00dfen <em>Johann Sebastian Bach <\/em>(1685-1750), der zusammen mit Mozart als das hellste Licht am Musikhimmel leuchtet. Von ihm ist keine \u00c4u\u00dferung \u00fcber Art und Quelle seiner Inspiration bekannt. Er gilt vielen Musikfreunden als der gr\u00f6\u00dfte unter den Komponisten. Beethoven rief aus: &#8222;Bach? Meer sollte er hei\u00dfen!&#8220; Und Brahms empfahl: &#8222;Studiert ihn, dort findet ihr alles.&#8220;<\/p>\n<p>Zum Schluss m\u00f6chte ich noch einen zeitgen\u00f6ssischen Musiker zitieren\u00a0 &#8211;\u00a0 <em>Michael Jackson<\/em>, den &#8222;King of Pop&#8220;: &#8222;Der Prozess des Liederschreibens ist schwer zu erkl\u00e4ren, denn er ist sehr spirituell. Es ist als sei es schon geschrieben, bevor wir geboren werden und du bist nur die Quelle, durch die die Lieder kommen. Sie fallen dir zur G\u00e4nze in den Scho\u00df, du musst nicht viel dar\u00fcber nachdenken. Ich f\u00fchle mich manchmal schuldig, dass ich meinen Namen unter die Lieder schreiben muss, denn es ist die Arbeit Gottes.&#8220;<\/p>\n<p>Der 2. Teil folgt demn\u00e4chst. Beide Teile sind die gek\u00fcrzte Fassung meines gleichnamigen Artikels in der Zeitschrift &#8222;Das Wesentliche&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon immer hat es mich interessiert, wie und woher sch\u00f6pferisch aktive Menschen ihre Inspirationen erhalten. Und da mir von allen K\u00fcnsten die Musik am n\u00e4chsten ist, war ich freudig \u00fcberrascht, als ich vor vielen Jahren das Buch von Arthur M. Abell &#8222;Gespr\u00e4che mit gro\u00dfen Komponisten&#8220; entdeckte. 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