{"id":215,"date":"2018-07-11T15:48:51","date_gmt":"2018-07-11T15:48:51","guid":{"rendered":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=215"},"modified":"2018-09-05T13:19:54","modified_gmt":"2018-09-05T13:19:54","slug":"reiseimpressionen-teil-1-glastonbury","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=215","title":{"rendered":"Reiseimpressionen &#8211; Glastonbury"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt Orte, die den Eindruck erwecken, der Schleier zwischen der irdischen und der sogenannten &#8222;Anderswelt&#8220; sei durchl\u00e4ssiger als an anderen Pl\u00e4tzen. Die kleine Stadt <em>Glastonbury<\/em> in der lieblichen Landschaft der s\u00fcdenglischen Grafschaft Somerset gelegen, wo das mythische Avalon vermutet wird, ist ein solcher Energieplatz, der von den Briten &#8222;englisches Jerusalem&#8220; genannt wird und als heilig gilt. Und vielleicht ist es der einzige Ort, der eine Synthese unserer keltischen, urchristlichen und den daraus folgernden mythologischen Wurzeln bildet.<br \/>\nStadt und Umgebung ist keltisches Mutterland. Vor 2000 Jahren residierte dort eine bl\u00fchende Druiden-Universit\u00e4t. Einige Anh\u00e4nger von Jesus fl\u00fcchteten nach Europa. Die einen landeten an der s\u00fcdfranz\u00f6sischen K\u00fcste, andere erreichten das Areal der sp\u00e4teren Abtei im heutigen Glastonbury und hinterlie\u00dfen dort ihre Spuren. Und aus diesem keltisch-urchristlichen Amalgam entstanden mythische Geschichten \u00fcber das &#8222;heidnische&#8220; Avalon, K\u00f6nig Artus, seine Ritter der Tafelrunde und den heiligen Gral, der sowohl eine keltische (Kessel der Unsterblichkeit), als auch eine christliche (Kelch oder Schale) Bedeutung hat. Weil solche Geschichten immer auch einen wahren Kern haben, tr\u00fcgt das Gef\u00fchl der Durchl\u00e4ssigkeit der grob- und feinstofflichen Ebenen gewiss nicht.<br \/>\nAllerdings muss man schon sehr tief hinein sp\u00fcren, um unter einer dicken Nebelschicht, die nichts mit den &#8222;Nebeln von Avalon&#8220; zu tun hat, das Geschilderte wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Glastonbury ist den Lesern des Bestsellers &#8222;Die Nebel von Avalon&#8220; und den Menschen, die sich dem Gralsmythos verbunden f\u00fchlen, wohl bekannt. Die Steinkreise von Stonehenge und Avebury sind nicht weit und in der Umgebung findet man die sch\u00f6nsten Kornkreise. John Lennon hat dort sein Lied &#8222;Imagine&#8220; komponiert und seit 1970 wird allj\u00e4hrlich das &#8222;Glastonbury Festival of Contemporary Performing Arts&#8220; gefeiert, eines der gr\u00f6\u00dften Open-Air-Musikfestivals der Welt.<br \/>\nDamals feierten in der kleinen Stadt die &#8222;Blumenkinder&#8220; mit reichlich Drogen ihren &#8222;Summer of Love&#8220;. Die heute in die Jahre gekommenen und deutlich als ehemalige Hippies zu erkennenden, finden sich immer wieder gerne auf der Suche nach der vergangenen Jugend in Glastonbury ein, &#8222;for ever young&#8220; eben.<br \/>\nVor f\u00fcnf Jahren im Herbst war ich schon einmal dort. Damals waren nur wenige Touristen unterwegs, darunter einige dieser Paradiesv\u00f6gel aus alten Zeiten. Wir\u00a0 &#8222;Normalos&#8220; waren mehrheitsf\u00e4hig in der Highstreet, in der sich, ganz auf den Esoterik-Tourismus ausgerichtet, ein Laden an den anderen reiht.<br \/>\nEnde Mai 2018 ist es ganz anders. Touristenstr\u00f6me in der Stadt und wir &#8222;Normalos&#8220; sind die Minderheit. Und da kommt der &#8222;dichte Nebel&#8220; ins Spiel. Im \u00fcberf\u00fcllten Glastonbury f\u00fchlt man sich wie in einem Kindertheater. Althippies und ihre j\u00fcngeren Epigonen in den verr\u00fccktesten Kost\u00fcmierungen tanzen\u00a0 &#8211;\u00a0 ja um was eigentlich? Dichter Nebel in vielen mit Alkohol und Drogen zugedr\u00f6hnten K\u00f6pfen. Dieses mehr oder weniger liebenswerte verr\u00fcckte Theater als &#8222;Commedia&#8220; zu betrachten, erscheint mir die beste Art zu sein, diesen kleinen &#8222;Hexensabbat&#8220; in das Urlaubsfeeling zu integrieren.<\/p>\n<p>Gerne fl\u00fcchtet man sich auf das der belebten Highstreet benachbarte Areal der alten Abbey (Abtei), von der fast nur noch Ruinen existieren, allerdings sehr attraktive. Es ist mein ganz pers\u00f6nliches Highlight, damals und heute. Ein m\u00e4chtiger Kraftplatz, Ort der Stille und des Friedens. Wenn man unter den alten wunderbaren B\u00e4umen steht, in den Teichen Seerosen bewundert und den Enten und Fischen zuschaut, die Nase in duftende Blumen steckt, dem gepflegten Kr\u00e4utergarten ein paar frische Gew\u00fcrzkr\u00e4uter f\u00fcr das Abendessen &#8222;entnimmt&#8220;, dann wei\u00df man, warum man die Reise angetreten hat.<br \/>\nUnd wenn man sich mit offenem Herzen, mit Liebe und Respekt n\u00e4hert, wenn man alles f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt, dann kann dieses kleine St\u00e4dtchen und seine Umgebung mit seinen unsichtbaren Wesenheiten dem Besucher einiges von seinem Reichtum, seinem Wissen und seiner Zuwendung schenken.<\/p>\n<p>Es gibt noch so viel zu entdecken in dieser kleinen sonderbaren Stadt, was ich hier nicht alles beschreiben kann, deshalb eine Buchempfehlung. Ein kleines, aber feines B\u00fcchlein, das\u00a0 sowohl ein Reisef\u00fchrer f\u00fcr innen und au\u00dfen ist, als auch ein Bildband mit sch\u00f6nen Fotos:<br \/>\nAntara Reimann: &#8222;Glastonbury &#8211; Spirituell reisen zu den Kraftorten Avalons&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt Orte, die den Eindruck erwecken, der Schleier zwischen der irdischen und der sogenannten &#8222;Anderswelt&#8220; sei durchl\u00e4ssiger als an anderen Pl\u00e4tzen. 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