{"id":335,"date":"2018-12-05T14:34:46","date_gmt":"2018-12-05T14:34:46","guid":{"rendered":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=335"},"modified":"2018-12-18T10:43:47","modified_gmt":"2018-12-18T10:43:47","slug":"die-reise-des-helden-2-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=335","title":{"rendered":"Die Reise des Helden 2. Teil"},"content":{"rendered":"<p>Da sie mir von allen Darstellungen unserer Heldenreise am vertrautesten ist, m\u00f6chte ich sie kurz am Beispiel der Gralslegende erl\u00e4utern. Der <strong>Gralsweg<\/strong> ist der keltisch-urchristliche (Helden-)Weg, in dem das alte Keltentum mit dem urspr\u00fcnglichen Christentum eine wunderbare Symbiose eingeht.<br \/>\nParzival, der Hauptakteur der Artus-Sage und Sinnbild f\u00fcr den Reisenden, beginnt seine Wanderung im Narrenkost\u00fcm (der Narr als Archetyp des Helden), in das ihn seine Mutter steckt, um ihn zu sch\u00fctzen, da er &#8222;einf\u00e4ltig&#8220; und naiv ist. Der Weg endet f\u00fcr ihn als &#8222;bester Ritter der Welt&#8220;. Er sucht und findet nach vielen Irrfahrten die Gralsburg, die das Heiligtum birgt und schlie\u00dflich wird er zum Gralsk\u00f6nig, der unter seiner R\u00fcstung immer noch das Narrengewand tr\u00e4gt. Jetzt aber kleidet es ihn als &#8222;reiner Tor&#8220;, was an das Bibelzitat erinnert: &#8222;Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.&#8220;<br \/>\nZwischen diesen beiden Polen erlebt unser suchender Freund viele Abenteuer nach dem erw\u00e4hnten archetypischen Muster. Er scheitert, f\u00e4llt, steht wieder auf und begegnet anderen Rittern, die Ausdruck unserer verschiedenen Lebens- und Entwicklungsprozesse sind. Parzival begegnet also immer wieder sich selbst in vielerlei Gestalt und sein Weg beschreibt die Schwierigkeiten, die wir Menschen zu meistern haben.<br \/>\nRichard Wagner dichtete in seiner Oper &#8222;Lohengrin&#8220;: &#8222;In fernem Land, <em>unnahbar<\/em> euren Schritten, steht eine Burg, die Montsalvat genannt. Ein lichter Tempel steht dort inmitten&#8230;&#8220; Ich m\u00f6chte den Text abwandeln: &#8222;In fernem Land, <em>doch nah<\/em> bei euren Schritten&#8230;&#8220; Denn den Gral, der Symbol f\u00fcr das g\u00f6ttliche Ziel ist, wird man nicht au\u00dferhalb von sich finden. Er ist also ganz nah, n\u00e4her als alles andere.<\/p>\n<p>Nun gibt es ein System, das nicht auf den ersten Blick unmittelbar als heldische Seelenreise erkennbar ist, denn es beschreibt den Weg nicht am Beispiel von Personen, sondern repr\u00e4sentiert dessen tiefen Inhalt und Sinn. Es ist die in einem Leben gar nicht begreifbare uralte Wissenschaft der <strong>Alchemie<\/strong>, die auch als Goldmacherkunst bezeichnet wird. Sie, deren Ursprung sich im Dunkel uralter Zeiten verliert, war die Grundlage der Chemie und anderer Naturwissenschaften.<br \/>\nDem echten Alchemisten aber, die \u00fcber das alte Wissen verf\u00fcgt und es richtig anzuwenden versteht, der den inneren Weg der Alchemie mit stark reduziertem Ego beschreitet, ist nicht an der Erzeugung von irdischem Gold gelegen, obwohl er es wahrscheinlich herstellen k\u00f6nnte.<br \/>\nEr verwandelt im Athanor, dem alchemistischen Ofen, der auf alten Bildern manchmal als Tempel dargestellt wird, die unedlen &#8222;niederen&#8220; Metalle nach einem geheimen Rezept in das edelste und wertvollste von allen &#8211; das Gold.<br \/>\nIm Kontext unserer Reise sind die sieben niederen Metalle auf den Menschen \u00fcbertragen (dem Buch <em>Saint Germain\/Myra: &#8222;Saint Germains Verm\u00e4chtnis &#8211; Ein westlich-abendl\u00e4ndischer Einweihungsweg&#8220;<\/em> entnommen):<br \/>\n1. Ich zuerst \/ 2. Tr\u00e4gheit des Herzens \/ 3. Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, oder die Unf\u00e4higkeit sich selbst zu erkennen \/ 4. Kritik- und Streitsucht, um sich selbst zu erh\u00f6hen \/ 5. Gott f\u00fcr die eigenen Schw\u00e4chen verantwortlich zu machen \/<br \/>\n6. Gefallsucht \/ 7. Eifersucht und Neid.<br \/>\nGanz unten, wo es nach den Erfahrungen der Alchemisten &#8222;g\u00e4rt und stinkt&#8220;, beginnt der Weg, welcher der Weg\u00a0 der L\u00e4uterungen und des Aufstiegs ist, an dessen Ende das Gold steht.<br \/>\nEs geht in der inneren Alchemie also um die Transformation der niederen Natur des Menschen mit all seinen Schatteneigenschaften (symbolisiert durch die sieben Metalle) zur g\u00f6ttlichen Natur unseres Urzustandes, f\u00fcr den das Gold seit jeher Sinnbild ist. Und irgendwann ist dann das &#8222;Opus Magnum&#8220;, das &#8222;Gro\u00dfe Werk&#8220; vollbracht.<br \/>\nDie Alchemie wird auch als spirituelle Chemie bezeichnet, als Vers\u00f6hnung und Vereinigung von Gegens\u00e4tzen, als Hochzeit von Mikrokosmos und Makrokosmos, als &#8222;Chymische Hochzeit&#8220;\u00a0 &#8211;\u00a0 all das sind wohl zutreffende Metaphern.<br \/>\nAlchemie ist gewiss keine esoterische Modetorheit und auch nichts Abgehobenes. Wir erleben sie vielf\u00e4ltig in der Natur, z.B. ganz banal, aber recht anschaulich im Komposthaufen, in dem Abfall zu reiner Erde wird. Wir erleben sie jeden Tag, wenn unser Verdauungsfeuer im Athanor unseres K\u00f6rpers die Nahrung zu Energie, also zu Lebenskraft verwandelt. Unser ganzes Sein, ja die gesamte Sch\u00f6pfung k\u00f6nnte man als immerw\u00e4hrenden und sich immer weiter entwickelnden alchemistischen Prozess bezeichnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da sie mir von allen Darstellungen unserer Heldenreise am vertrautesten ist, m\u00f6chte ich sie kurz am Beispiel der Gralslegende erl\u00e4utern. Der Gralsweg ist der keltisch-urchristliche (Helden-)Weg, in dem das alte Keltentum mit dem urspr\u00fcnglichen Christentum eine wunderbare Symbiose eingeht. 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