{"id":690,"date":"2020-08-02T14:56:18","date_gmt":"2020-08-02T14:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=690"},"modified":"2020-08-04T14:07:48","modified_gmt":"2020-08-04T14:07:48","slug":"eine-neue-haltung-gegenueber-dem-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/los-gelassen.de\/?p=690","title":{"rendered":"Eine neue Haltung gegen\u00fcber dem Leben"},"content":{"rendered":"<p>Tiere sind unsere n\u00e4chsten Verwandten und uns \u00e4hnlicher, als wir es wahrhaben wollen. Sie sind aber auch um ihrer selbst Willen wert, in ihrem Recht auf Leben geachtet zu werden. Leider ist die t\u00e4gliche Realit\u00e4t oftmals meilenweit von Achtung, Respekt, F\u00fcrsorge oder gar Liebe entfernt.<br \/>\nDer unappetitliche aktuelle Fall\u00a0 des gr\u00f6\u00dften deutschen Schlachthofes T\u00f6nnies in NRW hat den Fokus wieder einmal auf das Schicksal der sogenannten &#8222;Nutztiere&#8220; (durch das Los der ausgebeuteten Arbeiter) gelegt. So m\u00fcssen wir also die Tiere vor uns selbst sch\u00fctzen, denn ihr Leid verursachen wir alle. Das Elend, das wir ihnen zuf\u00fcgen lassen, verdr\u00e4ngen wir um uns nicht damit konfrontieren zu m\u00fcssen. Wir haben gelernt Grausamkeit f\u00fcr normal zu halten, &#8222;weil es schon immer so war.&#8220;<br \/>\nSeit Sigmund Freud wissen wir, dass stetes Verdr\u00e4ngen K\u00f6rper und Psyche krank macht. Damit f\u00fchren wir einen Krieg gegen uns selbst, der in uns seine Spuren hinterl\u00e4sst. Der Massenmord an den Nutztieren, die f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung und die zumeist sinnlosen Tierversuche get\u00f6tet werden, ist nach meiner \u00dcberzeugung mit verantwortlich f\u00fcr eine Reihe von physischen, psychischen und geistigen Krankheiten, Seuchen und Epidemien, die auch ein Ergebnis des Naturgesetzes von Ursache und Wirkung sind.<\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische\u00a0 Philosoph und Naturwissenschaftler Ren\u00e9 Descartes (1596-1650) ist der Urheber unseres materialistisch-mechanistischen, den Tiere eine Seele absprechenden Weltbildes. Seine Sichtweise degradiert Gesch\u00f6pfe zu gef\u00fchllosen Maschinen. Sie wurde von den nachfolgenden Wissenschaften gerne \u00fcbernommen, mit unabsehbaren Folgen f\u00fcr unsere Lebensgrundlagen.<br \/>\nGlauben wir tats\u00e4chlich, dass den Tieren Seele, Intelligenz, Gef\u00fchle und logisches Denken fehlt? Meinen wir, dass diese &#8222;wissenschaftlichen Erkenntnisse&#8220; aus dem 17. Jhdt.\u00a0 uns berechtigen, Mitgesch\u00f6pfe zu Rohstofflieferanten zu erkl\u00e4ren und ihnen unvorstellbare physische und psychische Qualen zuf\u00fcgen zu d\u00fcrfen?<br \/>\nDer Mensch als j\u00fcngstes Glied der Evolutionskette hat eine Wertehierarchie des Lebens geschaffen und beansprucht seinen Platz als selbst ernannte &#8222;Krone der Sch\u00f6pfung&#8220; ganz oben auf der Rangleiter, w\u00e4hrend er den Tieren ihren Platz ganz unten zuweist.<br \/>\nTiere sind f\u00fchlende Wesen, die der Freundschaft und Liebe, der Treue und Dankbarkeit, der Freude, Emotion\u00a0 und des Mitgef\u00fchls f\u00e4hig sind &#8211; wie wir. Und sie empfinden Einsamkeit, Trauer, Angst und Todesangst &#8211; wie wir. Wozu sie nicht f\u00e4hig sind, ist der Hass, den man manches Mal bei Primaten (frei lebenden Schimpansen) findet, die uns in ihrem Verhalten sehr \u00e4hnlich sind. Die meisten Tierarten verf\u00fcgen \u00fcber eine Intelligenz, die oft \u00fcber das zum Leben und \u00dcberleben notwendige hinaus reicht, was die Verhaltensforschung immer wieder \u00fcberrascht feststellt. Dar\u00fcber hinaus sind sie mit Instinkten ausgestattet, die uns abhanden gekommen sind\u00a0 &#8211;\u00a0 zu unserem eigenen Schaden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier nicht Tiere als die &#8222;besseren Menschen&#8220; darstellen. Allerdings gestehe ich, dass ich manches Mal (z.B. nach den Abendnachrichten) knapp davor bin, das zu vermuten. Denn es existiert keine Tierart, die foltert, Kriege anzettelt (au\u00dfer Schimpansen), denunziert, Hassbotschaften und Morddrohungen verschickt.<br \/>\nGewiss sollte man keine Religion aus Tierliebe, Tierschutz und der bestenfalls daraus folgenden vegetarischen oder veganen Lebensweise machen. Aber klar ist doch, dass eine Religion (oder Morallehre), die keine Liebe, kein Erbarmen und keine Gerechtigkeit f\u00fcr alle Lebewesen fordert (und selbst lebt), keine wirkliche Religion sein kann, auch wenn sie sich daf\u00fcr h\u00e4lt.<br \/>\nJedes Leben ist ein hoher und unersetzlicher Wert an sich und es ist heilig. Leider hat es den Anschein, als w\u00e4re heutzutage zu vielen Menschen nichts mehr heilig.<br \/>\n<em>&#8222;Die Gr\u00f6\u00dfe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran erkennen, wie sie ihre Tiere behandelt.&#8220;<\/em> (Mahatma Gandhi)<\/p>\n<p>Als Verbraucher sind wir Auftraggeber und als solche verursachen wir bewusst oder unbewusst unglaubliche Grausamkeiten. Wer es aber wissen und nicht mehr wegschauen, wer daraus R\u00fcckschl\u00fcsse und schlie\u00dflich Konsequenzen ziehen will, hat heute alle M\u00f6glichkeiten sich zu informieren und im besten Fall sein Leben k\u00fcnftig lebensfreundlicher zu gestalten.<br \/>\nDenn der Preis f\u00fcr 1 kg Tier ist hoch, viel zu hoch. In Zahlen ausgedr\u00fcckt:<br \/>\nF\u00fcr die &#8222;Produktion&#8220; von 1 kg Rindfleisch werden in der Massentierhaltung etwa 15.000 Liter Wasser und 16 kg Getreide verbraucht. Was an 100 K\u00fche verf\u00fcttert wird, k\u00f6nnte 2000 Menschen ern\u00e4hren. Die H\u00e4lfte der weltweiten Getreideernte und 90% der Sojaernte geht an die &#8222;Nutztiere&#8220;. Laut einer Studie des &#8222;World Watch Institute&#8220; verursacht der Konsum von Fleisch, Milch und Eiern \u00fcber 50% der weltweiten Treibhausgasemissionen. das ist mehr, als der gesamte Stra\u00dfenverkehr produziert.<br \/>\nEin Drittel aller Anbaufl\u00e4chen dient der immer ausufernderen Fleischproduktion, die wesentlich mehr ist, als tats\u00e4chlich &#8222;gebraucht&#8220; wird. Die meisten befinden sich in den sogenannten Entwicklungsl\u00e4ndern. Gro\u00dfe Teile der f\u00fcr unser \u00dcberleben alternativlosen Urw\u00e4lder werden gerodet oder brandgerodet, die indigenen Bewohner gewaltsam vertrieben oder ermordet, was uns Brasilien aktuell so barbarisch wie dumm vor Augen f\u00fchrt.<br \/>\nEs wird\u00a0 deutlich, dass die Fleischproduktion mehr Nahrung vernichtet, als sie erzeugt. Und sie kostet mehr als sie einbringt. Denn der Preis der Technik, des Wassers und des Futterverbrauchs, der Medikamente und Tierarztkosten, des Saatgutes, der D\u00fcngemittel und Pestizide ist gigantisch. Das rechnet sich nur dank der geradezu aberwitzigen Subventionen der EU, also durch unsere Steuergelder.<br \/>\nDer Zusammenhang zwischen diesen untragbaren Tatsachen und einer Milliarde unterern\u00e4hrter Menschen, von denen jedes Jahr 30 bis 40 Millionen verhungern (die H\u00e4lfte davon sind Kinder), ist uns bekannt, Das barbarische Qu\u00e4len und T\u00f6ten der Tiere, der Hungertod von Mitmenschen und die reale Gefahr, dass wir die Erde in absehbarer Zeit unbewohnbar machen, all das nehmen wir wegen einem f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrung nicht notwendigen St\u00fcck Fleisch in Kauf?<\/p>\n<p>Wer auf den Verzehr\u00a0 von Tieren aus \u00f6kologischer Landwirtschaft setzt, sollte bedenken, dass auch diese nicht &#8222;zu Tode gestreichelt &#8220; werden. Die meisten verlieren ihr Leben in denselben Schlachth\u00f6fen und auf die gleiche barbarische Weise wie ihre Leidensgenossen aus der Massentierhaltung.<br \/>\nIch glaube, dass es h\u00f6chste Zeit ist, dem Leben gegen\u00fcber eine andere, eine neue Haltung einzunehmen, Frieden zu schlie\u00dfen mit der Welt der Tiere, ja der gesamten Sch\u00f6pfung, also auch mit uns selbst. So sollten wir uns unserer Herzensg\u00fcte besinnen und nicht mehr wegsehen, sondern als mitf\u00fchlende Konsumenten und politisch handlungsf\u00e4hige B\u00fcrger agieren, die bisher ihre gro\u00dfe Macht untersch\u00e4tzt und zu wenig genutzt haben. Es liegt in der Hand jedes einzelnen Menschen, die auf den verschiedensten Ebenen des Seins zu einem Kriegsschauplatz verkommene Welt zu einem Ort des Friedens zu machen. Was hindert uns daran, bei den Tieren zu beginnen?<\/p>\n<p><em>Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.&#8220; <\/em>(Albert Schweitzer)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tiere sind unsere n\u00e4chsten Verwandten und uns \u00e4hnlicher, als wir es wahrhaben wollen. Sie sind aber auch um ihrer selbst Willen wert, in ihrem Recht auf Leben geachtet zu werden. Leider ist die t\u00e4gliche Realit\u00e4t oftmals meilenweit von Achtung, Respekt, F\u00fcrsorge oder gar Liebe entfernt. 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